DIY - Hochbeete aus Paletten


Wie ihr auf Instagram mitbekommen habt, sind wir momentan im Garten sehr aktiv und versuchen wieder Grund reinzubekommen. Seit unserem Hausbau haben wir kaum was im Garten geschafft, so dass sich alles nur gestapelt hat ohne wirkliche Pflege. Nur Muddan hat ihren Bereich im Garten bepflanzt. Wir haben uns den Garten aufgeteilt, so dass jeder von uns ein Stück für sich hat und dort machen kann was er will. Läuft man am Haus von vorne in den hinteren Bereich, ist dort noch ein ca 4 m breites und 14 m langes Stück Garten, was lange Zeit vernachlässigt wurde. Hier stand früher mal ein Kirschbaum, ein Buddelkasten und Holzschuppen, den wir vor ein paar Jahren abgerissen haben. 

Aber was macht man nun mit so einem Stück Land? Einfach nur Rasen ist schade und vergeudeter Platz, Bäume hinstellen ist auch irgendwie blöd. Da Muddan in ihrem Bereich vom Garten nicht mehr so viel Platz wie vorher hat um Gemüse und Obst anzupflanzen, haben wir uns überlegt, dass genau der nicht genutzte Bereich im Garten als Gemüsebeet umgepflanzt wird. Lange haben wir überlegt wie wir das Stück am besten und sinnvollsten gestalten und schnell sind wir auf das Thema Hochbeet gekommen. Allerdings sind die ja nicht gerade billig im Gartencenter. Dank Pinterest kam ich aber schnell auf den Gedanken die Hochbeete aus Paletten zu bauen. Da Muddan bei solchen Aktionen nicht immer ganz sicher ist, haben Männe und ich das ganze heimlich in die Hand genommen und haben beim Palettenhändler 12 Paletten besorgen. Die Preise schwanken dort sehr. So zahlt man für eine neue Palette 10 Euro, für 2. Wahl Paletten 6-7 Euro und für kaputte Paletten 3,50 Euro. Neue brauchten wir nicht, so dass wir auf die 2. Wahl zurück gegriffen haben, die waren einfach nur etwas dunkler von der Farbe und auch zwei von den "kaputten" Paletten konnten wir ergattern, da waren nur kleine Teile vom Holz abgesplittert.


Praktischerweise haben die 12 Paletten auch genau ins Auto gepasst. Danach ging es noch ins Bauhaus passenden Holzschutz und Vlies besorgen. Motiviert gings dann nach Hause zum zusammenschrauben.


Da wir uns einige Jahre nicht um den Bereich im Garten gekümmert hatten, stand jetzt erst mal ausmisten und begradigen der Fläche an erster Stelle. Und wir mussten uns beeilen, denn Muddan war noch Arbeiten und wir wollten sie ja überraschen.


Die Hochbeete zusammenzuschrauben war relativ einfach. Die Paletten haben wir mit der langen Seite auf den Boden aneinander gestellt und mit 20 cm langen Schrauben verbunden. Zwei Stück haben wir so aufgebaut und erst mal provisorisch auf den Acker geschmissen und haben Muddan dann vor vollendete Tatsachen gestellt. Glücklicherweise mochte sie die Idee, so dass wir weiter bauen konnten. Wohin auch sonst mit den 12 Paletten ^^


Die Paletten habe ich dann alle mit Holzschutz eingepinselt, damit sie so ein wenig länger halten. 



Falls ihr auch Hochbeete aus Paletten basteln wollt, streicht die Paletten vor dem Zusammenbauen. Das geht deutlich einfacher und schneller als wenn sie zusammengebaut sind. Das war auch die längste und nervigste Arbeit.



Nach dem Streichen haben wir auf der Unterseite Kaninchendraht festgetackert, damit Mäuse oder andere Kleintiere sich nicht von unten ans Gemüse nagen können. Das Vlies haben wir dann innen an alle vier Seitenwände getackert, damit die Erde nicht aus den Lücken fallen kann. Das muss auch nicht so ordentlich sein. Sieht man später eh nicht mehr.




Als erste Schicht haben wir gröberes Gestrüpp und Äste rein geschmissen, die dienen gut als Drainage und lassen überschüssiges Wasser ablaufen. Darauf kam eine Schicht Laub/alte Erde aus Blumentöpfen, alles was sich halt so hat finden lassen. Darauf kam eine Schicht Mist als Dünger. Es folgt eine Schicht Komposterde und ganz oben kommt dann Pflanzenerde gemischt mit Blumenerde, bis die Beete voll sind. Wer seinen Garten also von alter Erde und Gestrüpp befreien will, kann hier ordentlich was loswerden, denn in die Beete passt ne Menge rein.


Gestrüpp

Alte Blumenerde und Äste

Laub, noch mehr alte Erde


Mist



Und so sehen die Beete fertig vorbereitet aus. An die Seite können noch Kübel gehangen werden und in die Zwischenräume passen kleine Töpfe. Sobald die Temperaturen es zulassen, können die Beete dann auch bepflanzt werden. Sollten sie noch etwas nachsacken, wird einfach mit Pflanzerde aufgefüllt.


Der Blick vom Gehweg am Haus zu den Beeten zeigt es noch mal ganz gut. Auf der freien Erdfläche kommt der Rasen hin, ihr seht die Gehwegplatten zwischen den Beeten und vorne am Weg stellen wir durchgehend die großen Blumenkästen auf (die hatten wir noch im Garten stehen) so kann hier auch noch genügend eingepflanzt werden und der Platz kann sinnvoll genutzt werden. 

Sobald alles grünt und blüht mache ich euch noch mal ein paar Bilder :) Vielleicht hilft euch meine Anleitung ja beim Bau eurer Palettenbeete. Ich würde mich freuen, wenn ihr die Idee aufgreift und mir eure Ergebnisse zeigt.







11 kg in 10 Wochen - Mein Erfahrungsbericht zu MyBodyartist.de


Wie der Großteil von euch mitbekommen hat, mache ich momentan das Programm von www.Mybodyartist.de. Ende letztens Jahres hatte ich mich entschlossen meine Gewohnheiten zu ändern. Ich wollte mehr Struktur in meine Ernährung bringen, wollte endlich herausfinden, was meinem Körper gut tut, was er braucht und was eben auch nicht. Also habe ich mich viel belesen, mir viele Instagramaccounts angeguckt von Mädels, die verschiedene Programme absolviert haben und habe für mich ein wenig rausgefiltert welches zu mir am besten passen könnte.
Grundsätzlich denke ich schon mein halbes Leben darüber nach, was mein Körper wirklich braucht und natürlich weiß man es auch so grob, aber die Versuchungen im Alltag waren bis Dato einfach zu mächtig. „Ach komm das eine Stück Kuchen wenn wir schon mal hier im Cafe sind“ oder der berühmte Nachschlag weils einfach so gut schmeckt, man eigentlich aber schon merkt, dass man satt ist. Dick war ich eigentlich schon immer. Von Kind an. So gab es in der Schule zb das normale Frühstück und zusätzlich auch noch Mittagessen. Nach der Schule ging es nach Hause, danach meist zum Spielen und Abends gab es dann noch mal warmes Mittagessen. Und als Kind natürlich hier und da noch Süssigkeiten. Das man sich als Kind/Jugendliche mit dem Thema Ernährung nicht allzu sehr auseinander setzt ist klar und auch in Ordnung. Aber auch später ging es so weiter, denn ich kannte es ja nicht anders. Chips und Fertiggerichte gehörten in einer Phase meines Lebens zum Alltag. Oder auch einfach von allem viel zu essen. Ohne wirkliches Sättigungsgefühl.


Aber auch die gegenteiligen Phasen hatte ich. Ich hatte einen Job bei dem ich 10-12 Stunden stehen/gehen und schwere Kisten schleppen musste, habe zusätzlich 4-5 x in der Woche auf dem Crosstrainer für 45 Minuten gestanden, habe (das weiß ich heute) dafür viel zu wenig gegessen und habe natürlich in kürzester Zeit sehr viel abgenommen. Nun ja, wie das geendet hat, dürfte jedem klar sein. Die Pfunde kamen wieder. Auch Weight Watchers habe ich probiert, mit sehr langsamen Erfolg. Meist so um die 200-300 Gramm Abnahme pro Woche. Ja, langsames abnehmen ist wichtig, aber mich hat es schnell gefrustet, da ich nicht nur 10 oder 15 Kg abnehmen muss und da erwartet man dann gerade in den ersten Wochen schon ein paar mehr Kilogramm. Außerdem hat mich das Punktezählen gestört.

Ich habe mich auch 10 Wochen durch das Programm von Detlef D. Soost! probiert, aber auch hier blieb der Erfolg aus. Insgesamt sind 3,8 kg verschwunden in diesen 10 Wochen. Bei mir hat es einfach nicht so funktioniert wie ich es dachte und auch der wöchentliche Cheatday tat mir anscheinend nicht so gut. Gefühlt habe ich mich 6 Tage die Woche gequält um am 7. Tag endlich das essen zu können, was ich will. Es hat mich einfach nicht glücklich gemacht.

Allerdings habe ich eins in diesen 10 Wochen gelernt. Mein Körper braucht kein Weizen und kommt ohne sogar noch viel besser zurecht! Ich habe mich nicht mehr so aufgebläht gefühlt und hatte auch kein Bauchzwicken mehr. Also stand für mich folgendes fest: Ich möchte ein Programm, was mir einen Leitfaden zum langhangeln gibt und wo ich auf Weizen verzichten kann, mir tolle Alternativen und auch Rezepte gibt, die sich zwingend leicht in meinen Alltag integrieren lassen.

Ich bin irgendwann auf der Seite von Mybodyartist hängen geblieben und habe mich lange eingelesen. Dort findet man sehr viele Infos und was mich besonders angesprochen hat, ist, dass es ein Programm ausschließlich für Frauen ist. Der Hormonhaushalt läuft ganz anders als bei Männern und das Programm passt sich dem an. Auch Schilddrüsenunterfunktionen werden mit einberechnet (die ich ja nun mal habe) und man füllt vorher sogar noch einen Stoffwechseltest aus, damit bestimmt wird, welcher Stoffwechseltyp du bist (Mischtyp, Kohlenhydratetyp oder Eiweißtyp). All das und noch viel mehr bestimmen, wie dein Körper funktioniert und was er benötigt, um perfekt zu laufen.

Also buchte ich das Programm mit dem Training für zu Hause. Bestellte mir ein paar Hanteln und ein Expanderset. Mehr benötigt es nicht, eine Matte hatte ich schon zu Hause. Kurze Zeit später bekam ich den Test per Mail und war erstaunt, was alles mit dem Stoffwechsel zu tun hat - z.B. die Feuchtigkeit meiner Augen, oder ob ich schnell eine Gänsehaut bekomme usw. Gespannt schickte ich den Test zur Auswertung ab und erhielt am nächsten Tag auch schon meine Antwort. Ich bin ein Mischtyp, verwerte also alles in ungefähr gleichen Maßen gut. Kurz darauf folgten dann auch die restlichen Unterlagen. Mein Programm! Es geht los!



Ich gebe zu, dass ich den ersten Moment erschlagen war von der Fülle der Unterlagen. Trainingsleitfaden, Trainingspläne, Rezeptbücher, Essensleitfäden, Erklärungen allgemein usw. Schnell aber durchblickte ich das System dahinter und fing an mir die nächste Woche alles Stück für Stück durchzulesen. Je mehr ich gelesen habe, umso mehr merkte ich, dass da wirklich jemand dahintersteckt der Ahnung hat. Alle Fragen die sich nebenbei noch in meinem Kopf gesammelt haben, wurden in den Unterlagen beantwortet und vor allem auch erklärt. Und das finde ich so wichtig. Ich möchte nicht vorgesetzt bekommen „Du wirst jetzt so und so Essen!“ und ich weiß nicht mal warum. Hier bekommt man Hintergründe erklärt. Welches Nahrungsmittel wirkt sich gut und welches weniger gut auf den Körper aus und warum. Wenn ich Heißhunger habe, was fehlt meinem Körper dann und vor allem was muss ich essen, damit der Heißhunger gar nicht erst aufkommt?

Während ich mich eingelesen habe, habe ich noch ein paar kleine Helferlein bestellt wie z.B. Whey Protein oder auch Chiasamen, Nüsse, Krillöl oder BCAA. Auch hierzu gibt es ausführliche Erklärungen, warum es den Körper unterstützt und wozu wir es benötigen.

Nach und nach kamen meine Bestellungen an und ich fieberte etwas nervös dem 11.1.16 entgegen, an dem ich starten wollte. Zu oft habe ich Enttäuschungen erlebt und bin rückfällig geworden. Aber nach dem ich mir alle Unterlagen von Mybodyartist in Ruhe durchgelesen hab, war ich schon etwas zuversichtlicher. Besonders gut hat mir gefallen, dass man nicht einfach nur einen Ernährungsplan bekommt, an den man sich strikt 12 Wochen halten muss, sondern zusätzlich auch noch einen Ernährungsleitfaden mit Lebensmitteltabellen erhält. So erfährt man ein wenig mehr darüber wie unser Körper sein Essen verstoffwechselt und lernt wie man sich auch ohne Ernährungsplan selber gesunde Mahlzeiten zusammenstellen kann. Ich habe mich am Anfang aber erst mal nur an den vorgegebenen Ernährungsplan gehalten, da ich schnell starten und mir nicht jeden Tag darüber Gedanken machen wollte, was ich kochen soll. Also bin ich mit Hilfe der Einkaufsliste aus dem Programm zum Supermarkt gegangen und habe mir alles besorgt, was ich für die erste Woche brauchen würde.



Am Montag den 11.1.16 ging es dann los. Den Abend zuvor hatte ich schon vorgekocht, da ich für die Arbeit ja Frühstück und Mittagessen benötige. Ich habe mich übrigens für 3 Mahlzeiten am Tag entschieden, es wäre auch möglich diese auf 5 aufzuteilen, je nachdem wie man es gewohnt ist. Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich die Woche immer satt war und teilweise die Portionen nicht ganz geschafft habe. Denn auch auf den eigenen Körper hören und aufhören wenn man satt ist gehört dazu. Das sind Dinge, die ich neu lernen musste. Auch die folgenden Wochen liefen super, ich hatte nie Hunger geschweige denn Heißhunger. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt. Zuvor war ich auf Arbeit sehr oft am Tag am Süssigkeitenkorb und habe auch beim Vorbeilaufen gerne mal das ein oder andere Stück Schokolade in mich reingestopft. Und dann habe ich von dem einen auf den anderen Tag einfach aufgehört. Und es ging. Einfach so... ohne Schwierigkeiten. Ich hab 3-4 Tage gebraucht um mich von dem Gang dort hin abzugewöhnen, aber ich hatte nicht das Verlangen jetzt zwingend etwas Süsses zu essen.

Tommy berechnete mir aus meinen gesendeten Daten genau den Bedarf an Kalorien und Makros (Eiweiß, Fette und Kohlenhydrate) die mein Körper zum gesunden abnehmen braucht. Dieser beträgt gerade mal 20% unter meinem momentanen Normalverbrauch. Um euch eine Zahl zu nennen: Ich habe angefangen mit über 2400 Kalorien pro Tag! Und wenn ihr das in gesunde Lebensmittel umsetzt und vor allem auch gesunde Fette, kann auch kein Heisshunger aufkommen, da der Insulinspiegel gar nicht die Möglichkeit hat euch verrückt nach Essen werden zu lassen. Ich war fasziniert, dass es so einfach und so gut funktioniert. Ich brauchte mich nicht quälen und bin locker am Schokoladenkorb vorbei gegangen. Und so ist es bis heute.

In Phase 1 (dauert 4 Wochen) versucht ihr euch so natürlich wie möglich zu ernähren. Das heißt Fast Food sowie mit Zucker und Konservierungsstoffen vollgepackte Lebensmittel sind tabu. Stattdessen gibt es viel Gemüse, Obst, Fleisch (am besten Bio), Fisch, Reis sowie Brot, Pizza und Pasta mit gesunden Zutaten. Mir fielen die 4 Wochen sehr leicht, denn wer jetzt denkt, es gab immer nur das selbe, der täuscht sich. Die vorgegebenen Rezepte sind sehr abwechslungsreich, schmecken alle unterschiedlich und es kommt definitiv keine Langeweile auf. Ich habe mit 3 x Sport die Woche angefangen und auch hier stimmt das Konzept. Gut ausgewählte und vor allen Dingen gut kombinierte Übungen, die einen ordentlich fordern und mir den ein oder anderen Muskelkater am Anfang beschert haben. Das Training bekommt ihr einmal schriftlich in Stichpunkten, einmal in einem Ordner als Videodateien, wo jede einzelne Übung vorgeturnt wird und ihr den korrekten Ablauf seht und zusätzlich noch mal in schriftlicher ausführlicher Auswertung mit speziellen Erklärungen worauf ihr achten müsst um sie sauber auszuführen. Es hat ca. eine Woche gedauert, dann kannte ich den Großteil der Übungen aus dem Kopf. Meist schau ich mir den Trainingsplan vor dem Training noch mal an und wenn mir der Name einer Übung nichts sagt, schau ich mir schnell das Video an damit ich weiß wie sie geht.  Das Training ist kurz und knackig und mit Aufwärmen und Cooldown bin ich meist nach 45 Minuten durch. Dh 25-30 Minuten richtiges Training, je nach dem wie motiviert ich gerade bin. Und das ist definitiv gut zu schaffen in der Woche. Momentan mag ich die Variante lieber, dass ich zu Hause trainiere, weil ich dann nach der Dusche halt einfach auch gleich zu Hause bin und nicht noch Sachen packen und rumfahren muss. Nach dem Sport gibt es übrigens meist einen Shake. Ich mische dazu gerne Whey mit einer Banane und ein paar Blaubeeren. Das gibt dem Körper noch mal genau das was er nach dem Sport braucht und schmeckt mir super!



Phase 1 habe ich dann nach 4 Wochen mit -6,3 kg beendet und bin dann in Phase 2 gerutscht (Phase 3 erreicht ihr übrigens, wenn ihr euer Wunschgewicht habt und es halten wollt) In Phase 2 geht es darum auszutesten, was meinem Körper an zusätzlicher Nahrung bekommt und was eher hinderlich beim Abnehmen ist. Ich habe langsam angefangen wieder Käse und Griechischen Joghurt einzubauen und auch ein paar Erdbeeren habe ich auch getestet. Ich habe weiterhin jede Woche abgenommen, aber nicht mehr ganz so schnell und viel wie in den ersten 4 Wochen. Das ist aber ok für mich, solang ich konstant abnehme. Es müssen nicht immer 1,3 kg die Woche auf der Waage weniger stehen, mir reichen auch mal 800 Gramm. Immerhin hab ich mir das alles auch nicht in 3 Monaten auf die Hüfte gelegt, sondern über Jahre. Phase 2 tut mir gut. Ich liebe Käse und gerade Parmesan und Mozzarella stehen ganz oben auf meiner Liste. Trotzdem setze ich sie nicht täglich ein, einfach mit dem Hintergedanken nicht wieder in alte Muster zu verfallen und alles im Übermaß zu essen. Käse gibt es 2-3 mal die Woche und ich fahre gut damit.




Auch das Thema Schlaf wird im Programm nicht vernachlässigt und ausführlich behandelt. Ausreichend Schlaf ist so wichtig für den Körper, denn in dieser Zeit regeneriert er alles was nötig ist. Hormone werden ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass z.B. Gewebe repariert wird, oder Körperzellen regeneriert werden. Sie regeln auch den Muskelaufbau und der Verdauungstrakt hat nun die Ruhe sich um bestimmte Vorgänge zu kümmern. Interessant sind die Hormone Ghrelin und Leptin. Ghrelin steuert den Appetit und sorgt für Hungergefühle, Leptin hingegen sorgt dafür, dass wir uns satt fühlen. Haben wir Schlafstörungen oder bekommen zu wenig Schlaf, wird nachweislich mehr Ghrelin ausgeschüttet und die Leptinzufuhr gestoppt. Das heißt im Umkehrschluss: Wer weniger Schläft, hat mehr Hunger und kann langfristig zunehmen. Verrückte Sache oder? Ein Glück schlafe ich gerne, gut und viel! 7 Stunden sind mein Minimum. Alles was darunter ist, ist für meine Mitmenschen eine Qual. Ich werde mürrisch und blubber gern vor mich hin. Ausgeschlafen fühle ich mich meist nach 8,5 Stunden, wovon dann gerne mal 6 Stunden Tiefschlaf sind nach meinem Fitnessarmband. Also Mädels, ab ins Bett und schlaft euch schlank!

Ein großes „Angstthema“ waren die allzu bekannten Gelüste der Frau einmal im Monat. Ich hab mir Gedanken gemacht, wie ich mit dem Gewicht auf diese Phase reagier und vor allem wie meine Gelüste sind. Ich muss sagen, dass sich beides gut kontrollieren lässt. Mein Gewicht schwankt immer etwas und es können gern mal eine Woche vor meinen Tagen bis zu 2 kg auf der Waage mehr sein durch Wassereinlagerungen. Das enttäuscht natürlich beim Gang auf die Waage, aber es geht ja auch wieder weg. Ich werde mir jetzt angewöhnen viel Brennnesseltee zu trinken, da dieser entwässernd wirkt. Ich bin gespannt ob es klappt. Die Lust auf Süsses hält sich im guten Mittelmaß. Es ist eher die Lust überhaupt was zu essen und zu kauen in dem Moment ohne groß nachzudenken. Aber auch da bleib ich eisern. Und nun die beste Nachricht aus Phase 2: Ihr dürft wenn ihr wollt jeden Tag ein Stück Schokolade (mind. 70%) essen! Na hallo! Also wenn es wirklich nicht mehr geht, gönne ich mir auch ein Stück. Oder ich greife zu einem Proteinriegel (momentaner Favorit von Layenberger Schoko/Banane, gibt’s bei DM).  Danach geht’s mir gut und da ich grundsätzlich schon immer lieber Zartbitter als alle anderen Sorten gegessen habe, ist das für mich natürlich ein Glücksgriff.

Phase 2 bietet viel mehr als das was ich euch hier im Detail aufschreibe und auch wenn ihr einiges hier nicht aufgelistet findet, darf man es auch essen. Ein leckeres Reisgericht oder Quinoa sind möglich, ich liebe Süsskartoffelpommes und mache sie mir sehr oft, Männe und ich stehen total auf die Pizza Proteina, Zucchini- oder Tomatenbrot sind auch lecker und schnell gemacht. Ich kann euch auch nur einen kleinen Einblick in das Programm gewähren, da für jeden Stoffwechseltyp natürlich auch ein individueller Plan entsteht und ich nicht weiß, was ihr z.B. bevorzugt an Nahrungsmitteln zu euch nehmen solltet. Ich kann immer nur aus meiner Sicht erzählen und dazu noch meine Zu- und Abneigungen teilen. Ein Beispiel: Ich mag nicht so gerne Obst. Ja ab und an mal nen Obstsalat oder ne Banane auf dem Grill ist toll. Aber wenn ich einen Obstkorb und einen Gemüsekorb vor mir liegen habe, würde ich immer eher zum Gemüse greifen. Dies wiederum heißt aber nicht, dass man im Programm kein Obst essen darf. Man soll es sogar, aber so hat jeder seine eigenen Vorlieben. Überschlagen und ganz grob gegliedert kann man aber sagen, dass die bösen Fallen wie Brot, Nudeln und Weizen allgemein wegfallen, ihr keine Kalorien zählen müsst, sondern euch gesund und vernünftig ernährt.

Viele fragen mich auch auf Instagram ob ich nun auf Kohlenhydrate verzichte. Meine Antwort: Nein man muss bei dem Programm nicht auf Kohlehydrate verzichten. Zwar sollte man den Anteil der Kohlenhydrate etwas stärker reduzieren und wie gesagt z.B. weizenhaltige Lebensmittel zumindest im ersten Monat meiden, aber kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Reis, Süßkartoffeln, Obst und Gemüse sind überhaupt kein Problem. Dass „böse“ Kohlenhydrate, die in zuckerhaltigen Speisen lauern Tabu sind, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Doch auch für diesen Fall bietet das Programm viele Alternativen.



(Pizzavorbereitung)



 Und genau das ist der Knackpunkt. Es ist wichtig im Kopf umzudenken und dann zu Handeln! Handeln ohne Umdenken bringt euch nicht weit. Ihr müsst euren Körper verstehen lernen, müsst herausfinden was ihm gut tut, wodurch ihr Energie bekommt. Das das alles nicht von heute auf Morgen funktioniert ist logisch und auch ich hab über 30 Jahre gebraucht um a) das zu kapieren und b) es umzusetzen mit einem Weg, der für meinen Körper und meinen Kopf funktioniert. Denn sind wir mal ehrlich: die Industrie setzt uns schon die tollsten Leckerbissen vor und würde ich nicht ohne Einkaufszettel einkaufen gehen, würden auch ganz schnell Chips im Wagen landen.

 
(Vorbereitung für den Tag)

Dieses Thema bringt mich auf den nächsten wichtigen Punkt. Cheaten. Oder: sich was gönnen! 5 Wochen nachdem ich angefangen habe, hatte ich meinen ersten Cheattag. Eigentlich sollte es nur ein Essen werden, bei dem ich auf nichts achte. Aber ich fing schon Mittags an mich durch ein paar Süssigkeiten zu testen. Und beim Testen ist es dann auch größtenteils geblieben. Die Chips, die ich früher ohne Punkt und Komma vernichtet hatte, schmeckten irgendwie nach Pappe. Die Milchschokolade hatte eine komischen Nachgeschmack, also hab ich es gelassen und mich aufs Abendessen gefreut. Wir saßen beim Italiener und ich bestellte mein Lieblingsgericht. Gegrilltes Fleisch am Spieß mit Kräuterbutter. Dazu Rosmarinkartoffeln und einen Salat. Männe und ich lieben die Salatsosse dort, aber auch hier hab ich den Großteil liegen gelassen. Irgendwie schmeckte es zu künstlich. Das Fleisch war wie immer super, nur leider schwommen die Kartoffeln in Fett. Ob das der Grund war, warum ich sie nicht ganz aufgegessen habe, oder ein anderer kann ich nicht mehr sagen, aber ein Teil ging zurück. Mein Cheatday brachte mir natürlich am nächsten Morgen ein wenig mehr auf der Waage (ca 1,2 kg), so dass ich schlussendlich eine Woche später insgesamt nur 100 Gramm abgenommen habe anstatt sonst wie üblich um die 1-1,3 kg, aber das war völlig ok. Auch der Einstieg am nächsten Tag fiel mir leicht. Die ersten 4 Wochen ist cheaten übrigens nicht erlaubt, was grundsätzlich aber auch nicht schwer ist, denn es gibt im Rezeptbuch viele süße Frühstücksideen, die die Seele glücklich machen.  Danach könnt ihr euch so ein wenig selber langhangeln. Es reicht aber auch, wenn ihr nur und ab und zu cheatet und euch z.B. mal ein Eis gönnt. Manchmal tut es dem Körper gut einen kleinen Push zu kriegen. Zusätzlich bekommt ihr auch Rezepte für Cheattage und darunter finden sich auch Süssigkeiten die ihr selber machen könnt! Ich finde es toll, dass man in dem Programm die 12 Wochen nicht strikt nach Plan leben muss, sondern auch anfängt auf seinen Körper zu hören und auszuloten was ihm gut tut und was nicht. Was bringt es denn sonst wenn ihr euch 3 Monate nach Plan ernährt und dann dasteht und nicht weiter wisst? Hier lernt ihr Schritt für Schritt wie ihr mit der Ernährung umgeht.

Hier seht ihr ein paar Frühstücksideen:











Und ja diese Schritte bedeuten Arbeit und Zeitinvestition. Ich stehe jeden Tag in der Küche und koche Frühstück und Mittagessen für die Arbeit am nächsten Tag vor. Allerdings auch nur, weil ich das Vorkochen für eine Woche nicht mag. Und ja es ist manchmal anstrengend weil die Zeit knapp ist weil ich noch 1000 andere Dinge zu tun habe, aber hey! Müssten wir uns nicht eh was zu essen machen? So oder so? Die Rezepte sind so gut konzipiert, dass sie meistens in 20 Minuten erledigt sind, meist sogar schneller. Also Arsch hoch und losgekocht! Ab und an nehme ich mir auch Rezepte und verdoppele sie. Dann gibt’s halt an zwei Tagen das gleiche Mittagessen. Spart mir die Arbeit und leckeres essen geht sowieso immer zwei mal.

Mit diesem Konzept bin ich gut gefahren und werde es auch weiter beibehalten. Ein wenig Bange ist mir schon, wenn die 12 Wochen bald um sind. Aber das hängt wohl eher mit meinen Gedanken zusammen. Denn das Programm bleibt mir ein Leben lang erhalten, ich habe immer Zugriff drauf und auch bei Facebook oder bei Whats App ist mir Hilfe sicher. Auch sämtliche Videos bleiben bei mir und sind immer abrufbar für mich. Also könnte ich das Programm immer und immer wieder machen wenn ich wollte oder einfach weiterführen, so wie ich es geplant habe.

Für mich ist es ein guter Weg den ich hier gefunden und eingeschlagen habe. Ich werde weiter machen, mir ab und an einen Cheatday gönnen und auch den Sport werde ich weiter beibehalten.

Hier noch mal alle Fakten im Überblick:

+ Ich habe in 9 Wochen 10,3 kg abgenommen
+ Ich habe täglich über 2400 Kalorien zu mir genommen
+ Ich mache 3 x die Woche Sport (Krafttraining)
+ Davon habe ich zwei Wochen ausgesetzt, weil ich krank war
   (und ich habe trotzdem weiter abgenommen)
+ Meine Haut und mein Gewebe ist deutlich straffer geworden
+ Ich fühle Knochen, die ich vorher noch nie gefühlt habe :D

+ Ich war durchgängig satt, hatte immer große Portionen zu essen
+ Das Programm könnt ihr auch durchführen, wenn ihr eine Glutenunverträglichkeit,     Laktoseintoleranz oder Schilddrüsenerkrankung habt
+ Viele Rezepte für „gesundes“ Fast Food und Süßigkeiten
+ Alle Rezepte lassen sich innerhalb von 10 bis 20 Minuten zubereiten


Für mich endet die Reise nach den 12 Wochen nicht. Eher war es ein Startschuss meinen Leben wieder in die richtige Bahn zu lenken und ich bin froh, dass ich mich getraut habe. Die Zeit rennt wie verrückt und mir geht es blendend. Und die ersten neuen Klamotten können auch schon eingekauft werden, denn die Hosen rutschen...








 


   

Probenähen - Mialuna HAVEN


Der Osterurlaub ist vorbei und so langsam hat mich der Alltag wieder. Das Schönste am Urlaub ist natürlich das lange Ausschlafen, gemütlich Frühstücken und den ein oder anderen Tag auch mal auf dem Sofa gammeln.



 
Ein wenig Urlaub habe ich mir zurück geholt und genieße die Abende auf dem Sofa mit der Kuscheldecke. Perfekt dazu hat Mialuna das neues Ebook „HAVEN“ rausgebracht. Ich durfte Probenähen und entstanden ist eine superbequeme schmal gehaltene Sweathose. Sie kann mit oder ohne Taschen genäht werden, ist ratz fatz genäht und superbequem!




Je nach ausgewählter Stoffart wirkt sie dann lässig und cool oder eben auch schlicht und Sofatauglich.



 

Alle dehnbaren Stoffe sind möglich und nicht nur die Frauen dürfen sich so ein schickes Teil nähen, hier wurde gleich an die ganze Familie gedacht. So gibt es das Schnittmuster also auch für die Kinder und den Herren des Hauses J



Ich hab mir gleich zwei Hosen genäht, einmal mit dem süßen Katzenstoff und einmal eine schlichte Variante, aufgepeppt mit geplotteten Blumen aus Goldfolie. Beide machen sich perfekt für das Wohlfühlfeeling zu Hause. Seid ihr auch Team: Nach Hause kommen und Jogginghose an?

 
Kaufen könnt ihr den tollen Schnitt übrigens hier (Größen XS-XXXL):

Warum die Formatierung so verschoben ist, kann ich gerade gar nicht sagen :( So ein Mist!

 

Eine ganz besondere Sweatjacke ♥ #Probenähen





Ich scrolle durch Facebook, schau mir hier und da die Beiträge an und sehe unter anderem auch einen Aufruf von Sarona Homemade zum Probenähen. Mhh, schon wieder ein Pulli dachte ich mir und wollte schon weiterscrollen. Glücklicherweise habe ich noch mal genauer hingeschaut, denn hierbei handelt es sich nicht um einen Pulli sondern um eine Sweatjacke mit schrägem Reißverschluss. Angefixt habe ich mich sofort beworben und wurde auch tatsächlich genommen. Wie cool!


       

2 aufregende Wochen standen bevor und das Ebook hat mich erst mal schlucken lassen. Es ist laaaang! Sehr lang! Als ich mir dann aber die Zeit genommen habe, mir alles in Ruhe durchzulesen, wusste ich aber auch warum. Hier wird alles im Detail erklärt, ganz genau, so dass auch fortgeschrittene Anfänger definitiv Erfolgserlebnisse haben. Also bestellte ich vorfreudig die Stoffe und sammelte mir das Zubehör zusammen. Als nach einer Woche immer noch nichts kam, forschte ich mal nach und dank Lieferengpass saß ich auf dem trockenen. Also habe ich bei Dawanda noch mal Stoff bestellt mit der Bitte ihn schnellstmöglich loszuschicken. Wie es dann meist so ist, kamen beide Stoffe zeitgleich und ich hatte die Qual der Wahl.

           

Da ich ich in der Woche keine Zeit zum nähen habe, habe ich jedenfalls am Mittwoch schon mal das Schnittmuster vorbereitet. Und hier kam die erste Überraschung! Das ist das erste Schnittmuster, was 1 zu 1 aufeinander passt. Ich musste nichts verschieben und "nur so ungefähr" anlegen. Hier hat jede Linie gepasst. Toll! Freitag Abend habe ich dann schon mal alles zugeschnitten und Samstag ging es dann mit ein bisschen Bammel und ganz viel Vorfreude ans Nähen.

          

Den ganzen Tag bis zum frühen Abend habe ich genäht. Einige male hatte ich ein Fragezeichen im Kopf, aber dank der besten Probenähgruppe wurde jeder Knoten im Kopf gelöst und meist kam ich auch schon selber drauf, bevor ich eine Antwort von den Mädels hatte. Das Geheimnis ist hier nämlich wirklich genau nach der Anleitung zu nähen und wirklich Schritt für Schritt durchzulesen.

Zusätzlich habe ich das erste mal einen Beleg und einen Untertritt genäht. Spannende Sache und macht ordentlich was her! Sonntag habe ich dann noch mal 3 Stunden ran gehangen und die Jacke fertig genäht. Es sind so wunderschöne Exemplare in der Gruppe entstanden, da muss ich mir die eine oder andere Variante noch abgucken und nachnähen. Bei meiner Variante habe ich noch eine rosafarbene Paspel zwischen den Reißverschluss und dem Oberstoff sowie um um den Zierstreifen der Kapuze genäht. Das peppt die Jacke noch ein wenig auf. Und Rosa und Grau gehen ja sowieso immer zusammen.

Auch hier muss ich das Schnittmuster in den Himmel loben. Alle Knipse haben zu 100% übereinander gepasst ohne das man den Stoff ziehen und zuppeln musste. Nichts war von der Größe verändert oder anders, so dass man evtl. ausgleichen musste. Ich bin mehr als begeistert!


Dieses Schnittmuster ist definitiv nicht eins was man mal in 2 Stunden näht, aber gerade das macht so Spass. Denn man sieht das es kein 08/15 Teil ist. Oder was meint ihr? Ich mag den Beleg und den Untertritt so sehr (gerade als olle Frostbeule!). Was man da farblich alles für Möglichkeiten hat! Und es macht halt auch optisch echt was her. Ob man die Jacke nun halb auf hat und der Beleg zu sehen ist, oder komplett geschlossen und damit der schräge Reißverschluss gut zur Geltung kommt. Übrigens könnt ihr die Jacke auch mit einem Kragen anstatt einer Kapuze nähen. Oder ihr näht Bündchen mit Daumenlöcher, verziert die Jacke mit Sternchen oder Dreiecken. Es stecken so viele tolle Ideen  in diesem Ebook und das größte Lob ist zu hören "Was? Das hast du selber genäht? Die sieht aus wie gekauft!" Ohne die richtige Basis - also das Schnittmuster - wäre das nicht möglich 


Das Schnittmuster findet ihr im Laufe des Tages bei 

Dieser Beitrag wandert schnell zu RUMS :)


#ileftmyheartin ♥ NEW YORK ♥



Heute wird's ein wenig rührselig auf dem Blog. Ich greif mal ganz tief in meine Erinnerungen, wühle durch längst vergessene Gefühle und nehme euch mit auf eine kleine Gedankenreise. GetYourGuide hat eine Bloggeraktion #ileftmyheartin ins Leben gerufen und will die tollsten Geschichten hören zum Thema Herzensstadt. 




Ich sitze auf meinem Sofa und gehe im Kopf sämtliche Städte und Länder durch, die ich schon besucht habe. Von London, über Miami, bis nach Kenia mit einer atemberaubenden Safari war alles dabei. Auch Fuerte Ventura, Mallorca, Tunesien, Griechenland oder die umliegenden Länder um Deutschland habe ich schon gesehen. Erinnerungen blitzen an einige Urlaubserlebnisse auf, ich lehne mich zurück und genieße es in diesen Erinnerungen zu schwelgen. Sogar ein Bombenalarm Nachts im Hotel war mit dabei. Ja ich habe viel von der Welt gesehen und ich bin dankbar dafür aber keine Stadt hat mich so beeindruckt und sich so fest in mir verankert wie New York. Und das aus vielen emotionalen Gründen.

Im Dezember 2000 sind meine Mama und ich für 5 Tage nach New York geflogen. Wir hatten noch ein paar Dollar von unserer Reise nach Miami übrig und mussten somit nur den Flug zahlen. Shopping war also gesichert! Unser Hotel lag in New Jersey und da Mama kein Englisch kann, fuchtelte sie sich mit Händen und Füßen an der Rezeption durch. Ich war damals 18 und mir war das alles Megapeinlich! Geht mal gar nicht! Unser Zimmer war schön und ich war erstaunt, dass wir ernsthaft jeder ein eigenes 1,40 Bett hatten. Wie im Film. Toll! Aufregende Tage standen uns also bevor und ich war voller Vorfreude darauf.

Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus von New Jersey nach New York und von da an sind wir gelaufen bis zum Abend bis wir wieder ins Hotel zurück gefahren sind. New York jemandem zu beschreiben, der noch nie da war ist fast unmöglich. Allein diese gigantischen Häuser! Jeder Touri wird sofort enttarnt, weil er beim Laufen nur nach oben starrt um irgendwie die Größe zu fassen. Menschenmassen laufen sich entgegen und weichen sich koordiniert aus wie ein Vogelschwarm der plötzlich seine Richtung ändert. Da muss man sich erst mal dran gewöhnen und mithalten. 


New York um die Weihnachtszeit zu besuchen ist magisch. 4 Meter hohe Christbaumkugeln stehen übereinander gestapelt als Dekoration mitten auf der Straße, überall hört man Weihnachtsmusik aus den Geschäften und auch wenn wir Plusgrade und so viel Sonne hatten, dass man ohne Jacke laufen konnte, fühlte ich die Weihnachtsstimmung so sehr. Hektische Menschen rannten durch Macy´s und machten Weihnachtseinkäufe, viele Weihnachtsangebote lockten an jeder Ecke, die Touristen mittendrin mit ihren Fotoapparaten, überall hörte ich den Gesprächsfetzen zu und fühlte mich einfach so wohl. 



Nahe des Times Square haben wir einen Burgerladen gefunden, der so gigantisch lecker war, dass wir eigentlich jeden Tag dort essen waren. Und danach haben wir uns noch auf eine Parkbank in die Sonne gesetzt und New York auf uns wirken lassen. Wie kann eine Stadt so unglaublich sein? Diese Faszination hält mich nach 16 Jahren immer noch so fest, ich höre die Geräusche der Stadt, ich höre die Menschen, sehe die unglaublich großen Gebäude vor mir die einfach nicht aufhören wollen in den Himmel zu ragen. Und ich sehe das World Trade Center. Ich stehe vor diesen imposanten Zwillingstürmen, die Sonne spiegelt sich in den Fenstern, so dass ich meine Hände als Schutz vor die Augen halten muss und ein Schauer jagt mir über den Rücken. Wer konnte ahnen, dass sie nicht mal ein Jahr später dem Erdboden gleich gemacht werden? Und genau hier fängt meine  wahre Verbundenheit zu New York an. Denn auch das gehört zur Geschichte.

Am 11. September 2001 war ich zu Hause und meine Mutter rief mich von Arbeit aus an ich soll den Fernseher anmachen. Gerade war das erste Flugzeug in einen der Türme gestürzt. Wie gebannt saß ich vor dem Fernseher, starrte auf das Unfassbare und überlegte, ob das wirklich real ist? Mir läuft eine Gänsehaut über den ganzen Körper, ein nicht definierbares Gefühl macht sich in mir breit, alles um mich herum ist ausgeblendet, ich sehe nur die Bilder im Fernseher vor mir und mir wird übel. Überall schreiende Menschen - sie springen aus den Türmen weil sie nicht mehr weiter wissen! Die Bilder brennen sich in meinem Kopf fest, entsetzt und ohne einen klaren Gedanken lasse ich die Bilder auf mich nieder prasseln. Die Nachrichtensender überschlagen sich - meine Gedanken überschlagen sich mit. Da unten! Da liegen überall die Leichen der eben gesprungenen Menschen. Da unten stand ICH nicht mal 9 Monate zuvor! Mir laufen die Tränen unaufhörlich über die Wangen. Ich spüre jeden einzelnen Schmerz und jede Angst und Unfassbarkeit der Menschen deren Gesichter ich von den Kameras gezeigt bekomme. Der zweite Turm stürzt ein und so langsam werden mir die Ausmaße klar. Es schnürt mir die Brust zu, ich verstehe den Sinn nicht, sehe nur so viele Tote, Verletzte so unendlich viel Leid. Leid was auch in diesem Moment zu meinem Leid wird, zu meiner Verbundenheit und Liebe zu dieser Stadt! Patriotismus macht sich augenblicklich in mir breit und dieses Gefühl wird ab da an immer in meinem Herzen sein. Ich habe alles an Nachrichten und später auch Dokumentationen über die Anschläge verschlungen, bin jedes Jahr zum Jahrestag mit den Gedanken bei den Familien und fühle immer noch die Gänsehaut auf meinem Rücken, als ich genau vor den Zwillingstürmen stand und das Ende der Hochhäuser nur erahnen konnte.


New York zu sehen und zu erleben war gigantisch und unbeschreiblich. All diese wundervollen Menschen und die Dynamik. All das hat mich überwältigt und das habe ich noch nie so vorher gesehen und jedem der mich gefragt hätte wie ich New York finde hätte ich gesagt "Wow! Diese Stadt ist der Hammer, du musst sie gesehen haben!" Nach dem 11. September ist da aber noch viel mehr in mir. Wenn ich jetzt an New York denke fühle ich so unglaublich viel - so viel Verbundenheit, so viel Herzblut. So viel Liebe für diese Stadt. Ich kann es kaum in Worte fassen. 


Beim Schreiben kamen all die Gefühle wieder hoch, mir rollen ein paar Tränchen über die Wangen. Die Welt ist manchmal einfach ein Arschloch. Ich will heile Welt mit Ponyhof! In diesem Sinne heißt es einmal tief durchatmen und lieber noch ein wenig in der Vergangenheit vor den Anschlägen stöbern. Weiter gehts in der Geschichte...



Mama und ich waren unter anderem auch in Chinatown. Vor den Läden standen große Weidenkörbe in der sich allerhand getummelt hat. Ja wirklich getummelt! Sei es Krebse oder Muscheln und sogar Schildkröten konnte man dort kaufen. Ich hätte sie am liebsten alle gerettet und dort ausgesetzt, wo sie ein glückliches Leben führen können. Die heile Welt eben. Ein paar Straßen weiter standen wir vor einem Eckrestaurant, dessen Fensterscheiben aus Aquarien bestanden. Ich staunte nicht schlecht, sah mir die verschiedenen Fische an, die durch die unterschiedlichsten Aquarien schwammen und sah dahinter die Menschen beim Essen. Ein Aquarium schien leer zu sein also ging ich einen Schritt näher ran um den Inhalt besser zu erkunden. Nichts zu sehen. Nur irgendwelche komischen Äste von Bäumen. Moment mal... Äste in einem Aquarium? Mein Gehirn brauchte ein paar Sekunden um die "Äste" richtig zuzuordnen und ich machte einen riesigen Satz nach hinten. Das Aquarium war fast komplett ausgefüllt mit einer Monsterkrabbe! Die ca 5 cm dicken "Äste" waren die Beine! Könnt ihr euch vorstellen wie groß die Krabbe dann war? Mir ist ja eh alles unheimlich was groß ist und sich bewegt, aber das war ein Schrecken, den ich eine ganze Weile verdaut habe! Und Mama hatte ihren Spass...



Wir haben es in den 5 Tagen ordentlich krachen lassen und mussten uns dann irgendwann auch ernsthaft Gedanken über größere Koffer machen. Also kauften wir auch tatsächlich welche um all unser Hab und Gut unterzubringen. Die Abende im Hotelzimmer liefen eigentlich immer gleich ab. Wir hatten im Flur vor den Zimmern einen Getränkeautomaten und daneben einen Eiswürfelautomaten. Mama tapperte immer mit einer großen Schüssel los, füllte diese bis zum Rand mit den Eiswürfeln, setzte sich aufs Bett und kühlte dann ihre Füße in der Eiswürfelschale weil ihr diese vom vielen Laufen so weh getan haben (Bitte verzeih, dass ich die Geschichte aufschreibe Mama, aber ich muss gerade so herzlich lachen bei dem Gedanken daran! Das Bild war göttlich!). Ich habe währenddessen auf dem Bett gesessen und die neuen Errungenschaften ausgepackt und begutachtet. Unter anderem wollte ich zwingend so ein Wandtelefon mit unendlich langer Schnur haben, wie damals in der Serie Roseanne wo das Telefon in ihrer Küche hing. Zusätzlich wollte ich das typische schnurlose Telefon haben, was in jedem Film zu sehen war. Von Klamotten brauch ich glaub ich gar nicht erst zu erzählen oder? Die Koffer wurden immer voller... und schwerer! 



Der Tag der Abreise nahte und wir quetschten alles was wir hatten in die neuen größeren Koffer und fuhren langsam Richtung Flughafen. Ich bin mir nicht mehr sicher, wie viel wir an kg zurück mitnehmen durften, aber eins war sicher: Diese Grenze hatten wir locker überstiegen!

Ich wuchtete meinen Koffer beim Check in auf das Förderband und linste heimlich auf die Waagenanzeige. Über 50 kg zeigte diese pro Koffer an und ich sah und schon am Flughafen sitzen und die Koffer aussortieren. Aber die Dame blieb ganz cool und sagte kein Wort. An Board des Flugzeuges erkannten wir auch den Grund. Die Maschine war nicht mal zur Hälfte besetzt, so dass es glücklicherweise nicht so wichtig war, dass wir Übergepäck hatten. Praktischerweise hatte so fast jeder Passagier eine ganze 3er Reihe für sich und wir konnten uns lang machen und den Flug fast komplett verschlafen. In Berlin gelandet gab es noch die kleine Hürde des Zolls. Wir holten unsere Koffer vom Gepäckband, buckelten sie Richtung Ausgang und Mama flüsterte mir leise zu "Tu so als ob dein Koffer ganz leicht ist wenn du ihn an den Zollbeamten vorbei ziehst!!!!" Haha! Witzbohne! Also setzte ich ein fröhlich entspanntes Gesicht auf, während sich meine Hand verkrampfte und während wir uns Anekdoten über unseren Urlaub um die Ohren warfen und darüber lachten, huschten wir schnell am Zoll vorbei. Puh, gerade noch mal gut gegangen.





So viele Geschichten und Situationen schwirren gerade durch meinen Kopf und am liebsten würde ich die Augen schließen und mich dort hin denken um alles noch mal zu fühlen und zu erleben. Ich grinse und staune in Gedanken, ich sehe das Kino vor mir in dem Stuard Little gerade anlief, ich sehe den Maler der vor Macy´s stand und mit einem Stück zusammengefalteten Papier und Farbe die Namen der Kunden so wunderschön aufgemalt hat, ich sehe die geschminkte Tussi in Pfennigabsätzen, die dem Penner an der Ecke ein paar Dollar in seinen Pappbecher schmeißt und ich darüber erstaunt bin und mich freue. 

Oder wie wir ins Outletcenter gefahren sind und Mama mit 3 Brocken Englisch dem Taxifahrer gesagt hat wo wir hin wollen und das sie ihn wieder anruft, wenn er uns abholen soll. Von Person zu Person geht das immer noch, aber ihr könnt euch meinen Lachanfall vorstellen, als Mama am Telefon hing und was faselte von "Outletcenter... hier... yu kam hier... ja? Man was erzählt der denn da? Der soll uns doch nur einsammeln... hier mach du mal!" Ich sehe mich wie ich die Daunenjacke, die ich damals dort gekauft habe vor nicht mal 3 Wochen entsorgen musste, weil sie einfach durch war nach all den Jahren und wie schwer es mir gefallen ist Abschied zu nehmen. Aber eigentlich ist es doch nur ein banales Kleidungsstück oder?! Nein es ist eine Erinnerung wie ich mit Mama am letzten Tag in dem Laden stand und überlegte ob ich diese Jacke nun noch mitnehme oder nicht, ob sie überhaupt in den Koffer passen wird. 

Ich sehe einfach wie sehr mein Herz an dir hängt New York  du fehlst mir sehr...